Sex in der Kleinstadt: Thema 1: Fernbeziehungen

Fernbeziehung

 

Als ich letzen Sommers 1 jähriges Jubileum mit mir selbst hatte, also ein Jahr schon Single war, dachte ich mir, das jetzt endlich was passieren muss. Ich meldete mich in allen möglichen Communitys an, knippste tausende Fotos, auf denen ich mich glenzend possiert hatte. Und dann wartete ich. Ich wartete auf einen Fund. Oh ja. Aber erst im November hatte ich mein potentielles Opfer gefunden. Er war toll. Er war in meiner Altersklasse. Er war nett. Er war romantisch... er war Bayer. Er wohnte an der Österreichischengrenze und ich wohne an der Dänischen. Tausende über tausende Telefonate folgten. Tausend nette Worte , und das Wort mit L. Dann das erste Treffen. Der erste Sex. Alles war perfekt, bis auf die 1000km Entfernung. ... wieso sollte es denn so schwer sein. Ich meine, wo Liebe ist, ist auch ein Weg. Sagt man. Aber leider traf das nicht ganz zu. Unsere Beziehung beschränkte sich auf einstündige Telefonate jeden Tag, auf ein bis zwei Briefe im Monat. Und auf das ständige Versprechen das alles okay sei.. Aber in Wirklichkeit war natürlich nichts okay. Während ich mit schrecklicher Naivität an seine Liebe glaubte, hing er im Gedanken schon an den Lippen eines anderen Mädchens. Wer kanns ihm verübeln. Schlussendlich hat er ja auch nur seine Bedürfnisse gefüttert. Er war ein sehr selbstverliebter Mensch, und um es so zu sagen, war die Liebe zu seiner Person, die er für sich empfand, stärker als die Zuneigung, die er für mich hätte aufbringen können. Aber, das kann mir ja in jeder Beziehung passieren. Aber die Problematik Fernbeziehung an sich, kam erschwerend mit dazu. Und so klammerte ich mich verzweifelnde Monate an meine eigene Leiter, die vielleicht auch deswegen so stabil war, weil ich mir so sehr wünschte einen Freund zu haben. Und weil ich das Single-Darsein einfach satt hatte. Sind wir Menschen wirklich damit zufrieden, wenn wir Single sind? Oder sind es einfach die anderen Menschen, die uns deutlich machen, wie sehr wir einen Partner bräuchten? Meine Mutter fing dann an, mit den typischen Muttersprüchen: Du bist doch ein  so hübsches Kind... lass dich doch nicht so gehen. Du bist doch nur einmal jung.

 

Aber wenn man nicht dafür gestrickt ist, jeden Samstag morgen neben einem fremden Gesicht aufzuwachen und sich dann klamm und heimlich aus der noch fremderen Wohnung zu schleichen? Was ist, wenn man wirklich an die Große Liebe glaubt? Und die Frage, ist das dann ein Fehler? 

Sollte man seine natürliche Triebhaftigkeit einfach so ausleben, so lange man es noch kann? Ich dachte anders darüber, als ich meine Fernbeziehung das erste mal küsste. Wow. Dachte ich, dass muss er sein. Während wir uns in Bayern schon ausmalten wie unsere Kinder auf den großen Wiesen spielten, beschäftigte sich meine beste Freundin damit einen Typen nachdem anderen aufzureißen. Und vielleicht sogar mit Recht. Sie ist von jeder Schönheit gesegnet sie Gott ihr hätte schenken können. Während ich an meine verzweifelte Kleinglückwelt hielt, hielt sie sich in den Armen von den Schärfsten Typen die unsere kleine Stadt so zu bieten hatte. Aber... Wenn man in einer kleinen Stadt wohnt, wird man auch sehr gut beobachtet. Und während mein Glück Monat für Monat zerbrach, zerfiel ihr Kartenhaus. Sie kann zwar noch immer jeden Typen bekommen, den sie will. Dann aber auch nur für das, was man von ihr erwartet...

 

Und was es mich und meine Fernbeziehung angeht, (von dem Thema bin ich leider etwas abgekommen) ...so rate ich keinem menschlichem Wesen es so zu tun wie ich. Es sei denn, er hat jeden Monat ungefähr 5.ooo Euro zur verfügung und kann es sich leisten jedes Wochenende zu seiner/em Liebsten zu reisen. Mich hats zerrissen. ...

 

14.8.08 23:54

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